Die Geschichte vom Weihnachtsdino

Lea Marie aus der 4a und ihr Bruder Fynn aus der 1b haben uns eine wunderschöne Geschichte rund um MaxToni einem kleinen TreeRex geschickt. Die ist sehr lustig und schön. Lest sie doch mal durch, und wenn du noch nicht so gut lesen kannst, frag doch mal jemanden, ob er dir die Geschichte vorliest.

Die Geschichte vom Weihnachtsdino

Ein TreeRex entdeckt Weihnachten 

 Wisst ihr, was ein TreeRex ist?  

Und was hat er wohl mit Weihnachten zu tun?  

Ich will es euch erzählen: 

Hinter einer großen Lichtung am Rande des großen Dorfwaldes von Fichtenhügel wohnt – in einer kaum sichtbaren Höhle – MaxToni, der kleine TreeRex. 

In bester Tannentarnung schleicht er sich gerne heraus, um Beeren für sein Frühstück zu sammeln, Hasenjungen das Hoppeln beizubringen oder die Familie Nikolaus beim Waldspaziergang zu belauschen. MaxToni ist fasziniert von den Menschen. Besonders gut gefallen ihm die Kinder der Familie Nikolaus. Sie sind genauso neugierig, verspielt und frech wie MaxToni selbst.

Was er bereits herausgefunden hat:  

Die vierköpfige Familie samt Hund wandert gerne und häufig durch den Wald. Praktischer Weise liegt ihr kleines Häuschen direkt am Waldrand, in der Nähe der TreeRex Höhle. 

Schon den ganzen Tag wartet MaxToni gespannt darauf, dass die Nikolaus Kinder aus der Schule und dem Kindergarten kommen. Das sind für ihn ausgesprochen merkwürdige Orte, an denen man fröhlich und klug wird. Aufgeregt lauert der TreeRex zwischen den Tannen darauf, die kleine Schnüffelschnauze von Familienhund Strudelpudel zu sichten und kurz darauf den fröhlichen Quatschliedern der Familie zu lauschen. 

Heute Nachmittag ist es allerdings anders: Die Kids trällern nicht von HosenAprikosen oder gar MotorradOmas im Hühnerstall. Nein, gerade jetzt singen die beiden von… 

…Schnitten und Glucken? Moment, Schlitten und Glocken.

Und ständig … aus vollem Hals „Hai Nacht“. Was wollen sie denn bei einer Hai Nacht? Hier gibt es nicht einmal Haie. (Später besser mal den Waldteich checken.) 

Sie grölen erneut. 

Achso. Weihnacht… Das singen sie also. Was mag das sein? 

Er beschließt, der Familie zu folgen, um mehr herauszufinden über dieses Weihnachten, was alle fröhlich macht. Gesagt, getan: Der Weg führt rings um seine Höhle herum, direkt neben eine Tannenschonung. Der kleine TreeRex staunt nicht schlecht: Was für ein komisches Fleckchen Wald – jede Menge Tannen, nur Tannen. Wie jedes Jahr kurz vor Weihnachten, pilgern die Bewohner von Fichtenhügel dorthin, um sich Tannenbäume zu fällen. Doch das weiß der kleine TreeRex natürlich nicht. Eines aber versteht er schon: 

Auch die vielen verschiedenen Menschen hier reden ständig nur von Weihnachten. 

Eine Frau sagt: „Nee, der nicht. Dafür haben wir nicht genügend Lichterketten.“ 

Kurz darauf meckert ein kleiner Junge mit Strubbelfrisur und grüner Latzhose: „Der ist zu klein, da passen nicht genug Geschenke drunter!“. Noch jemand ruft freudig: „Es duftet schon herrlich nach Weihnachten.“ 

„Den da!“, schreit das kleine Mädchen mit dem roten Lockenkopf, „Der sieht aus wie ein großer Weihnachtswichtel.“ 

MaxToni pirscht sich sachte heran. Er platzt fast vor Neugier. Was hat es bloß mit diesem Weihnachten auf sich? Geschmückte Bäume kommen ihm zwar ziemlich komisch vor, aber Geschenke klingen spannend. 

Jetzt will er es wissen.  

Sobald die Nacht einbricht, schleicht er sich zum Haus der Familie Nikolaus (er hat das kleine rote Häuschen am Rande des Waldes bei einer seiner Forscherrundgänge entdeckt). 

Der Förster müsse ja schließlich das Geheimnis lüften können, was es mit Weihnachten auf sich hat. 

MaxToni tapst auf leisen Krallen, versteckt sich, wartet bis alle schlafen. 

Der kleine TreeRex hat Glück: Die Försterfamilie hat vergessen, die Haustür abzuschließen – MaxToni tritt ein. Er findet sich in einem Hausflur wieder. Rechts in der Ecke steht ein Schrank mit glitzernden, bunten Dingen. Ob das wohl für Weihnachten ist?! Der kleine Dino nimmt sich etwas von dem Funkelkram und schleicht weiter. Die schmale Treppe hinauf. Zack, ins nächste Zimmer. Er starrt auf ein großes Bett, aus dem laute Schnarchgeräusche ertönen. Na, das muss das Elternschlafzimmer sein. Wenn die Erwachsenen mit ihren Brummlauten gefährliche Bären verschrecken wollen, dann klappt es offenbar auch bei Dinos. MaxToni verdrückt sich auf Krallenspitzen die Treppe hinunter. Schwupps, um die Ecke rum – ins Wohnzimmer. Puh, niemand hat ihn bemerkt. 

Es ist dunkel. Er muss sich vortasten. Dabei tapst seine Pranke gegen den Lichtschalter. Klack, hell. Vor sich sieht er auf einmal den Strudelpudel. Er beugt sich zu ihm runter und flüstert: „Ich hoffe, du warst heute schon Pipi machen.“ 

Strudelpudel schleckt ihm durch das Gesicht. Der kleine Fiffi läuft schwanzwedelnd um den Dino herum, der vertraut nach Tannen duftet. Alles ist ruhig im Haus. 

MaxToni richtet sich wieder auf und blickt direkt auf den funkelnden bunten Tannenbaum. Er ist so hoch wie der kleine Dino und geschmückt in voller Pracht.  

Staunen. 

Der kleine TreeRex wird neidisch – er möchte selber so strahlen. Ein Geistesblitz durchzuckt ihn. Wenn er den Funkelkrimskrams überzieht, sieht er aus wie der geschmückte Tannenbaum der Familie Nikolaus. Und wenn sie denken, MaxToni sei ihr eigener Tannenbaum, dann kriegt er bestimmt mit, was Weihnachten ist und wie das funktioniert. 

Gedacht – gemacht: 

MaxToni sammelt fix den Schmuck vom Tannenbaum. Den Baum selber wirft er flugs hinter den Zaun. Jetzt muss der Schmuck nur noch an den TreeRex. 

Der kleine Strudelpudel wuselt währenddessen eifrig um den TreeRex herum. Die dicke grüne Dinonase beginnt zu jucken. Auweia. Ein Riesen-Nießer kündigt sich an. Ha-ha-hatschi. Ohje, das hat leider nicht der ganze Schmuck überstanden. 

Für Familie Nikolaus indes war der Dinonasenlärm nicht zu überhören: Alle zusammen schleichen vorsichtig die Treppe herunter. 

Schnell sehen sie das Licht im Wohnzimmer und gehen nacheinander hinein. Ersteinmal können sie nichts Ungewöhnliches erkennen. Außer einem freudig blickenden Strudelpudel, der schwanzwedelnd vor ihnen steht. 

Kurz darauf fällt ihr Blick auf den Tannenbaum. Alle vier sehen den ramponierten Schmuck. Des Vaters Blick wandert zum Strudelpudel. 

Natürlich denken zunächst alle, ihr Strudelpudel hätte das Kugelchaos angerichtet. Daraufhin fangen alle durcheinander an, mit ihm zu schimpfen: 

„Was hast du gemacht, du böser Hund?“, poltert Marie Nikolaus drauflos. 

„Strudelpudel. Pfui. Das ist so gemein von dir – jetzt müssen wir alles neu machen“, jammert Lina und läuft rot an wie eine Weihnachtskugel. 

Das ist zu viel für den kleinen Jessie: „Aber wir haben nicht mehr genug Schmuck. So kommt das Christkind nicht zu uns. Weihnachten ist ruiniert!“ Er beginnt zu weinen. 

Mama nimmt ihren Sohn fest in die Arme. Sie tröstet ihn: „Dem Christkind ist der Baumschmuck nicht so wichtig. Es achtet auf gutes Benehmen, dass wir lieb zueinander und alle zusammen sind. Wir schaffen das gemeinsam! Was sagt ihr? Helft ihr mit?“ 

„Auja!“ Voller Tatendrang springen alle aufgeregt auf den Baum zu. 

Gerade als sie anfangen wollen aufzuräumen, entdeckt der Vater ein kleines Schwänzchen am Tannenbaum. „Sagt mal, seit wann haben Tannenbäume eigentlich einen zackigen Schwanz?“ Die Familie stutzt verblüfft. Tatsächlich, ein Baumschwanz. Alle vier schauen gleichzeitig zum Rest ihres Baumes. Jetzt fallen ihnen auch Füße mit Krallen auf. Sie rücken näher ran. Strudelpudel wuselt um MaxToni herum. Sein Schwanzwedeln kitzelt ihn und der TreeRex muss wieder nießen. Jetzt!!! haben es alle gesehen und gehört. Kein Zweifel: Dieser Baum ist gar kein Baum. Der Familienclan weicht erschrocken einen Schritt zurück.

MaxToni räuspert sich und winkt verlegen. Mit leicht fiepsiger Stimme presst er ein leises „Ha-al-lo?!?“ hervor. Die Familie winkt geschlossen wie in Trance zurück: „Ha-l-l-o?! W-w-wer b-b-ist du denn?!?“ 

„Ich bin der MaxToni“, murmelt der TreeRex mit einem schiefen Grinsen. 

„U-u-und was bist du?“, will die Familie wissen. 

„Ich bin ein TreeRex!“ „Ein was?“ „Ein TreeRex. Das ist ein…, na ich eben.“ 

„Und was um Himmels Willen machst du in unserem Haus?“ 

„Na ja, ich, ich wollte sooooo gerne wissen, was Weihnachten ist.“ Dazu weiß natürlich jeder sofort etwas zu sagen und die Familie erzählt durcheinander drauflos:

Jesus, Geschenke, Christkind …

MaxToni brummt der Schädel. 

Dann berichtet jeder nacheinander, was ihnen an Weihnachten wichtig ist: 

Plätzchen backen, Liebe, Zusammenhalt, gemeinsam Singen, etc…
Frech platzt es aus Jessie heraus: Und GESCHEEEENKE!  Na, immerhin ist er ehrlich. 

Die pfiffigen Kinder haben eine Idee: 

„Wollen wir nicht alle zusammen Weihnachten feiern? Mama, biiiiitte!“ Die Eltern schauen sich wissend an. Papa setzt seinen Ernstton auf und schlägt vor, der TreeRex könne ja erst einmal in den Stall… „Pappaaaa!!!“ brüllen die Kids gespielt wütend und stürzen sich auf ihn. „Durchkitzeln bis er ja sagt!“ ertönt der Kinderchor – Papa hat keine Chance: „Aufhören, Erbarmen! Jaja, MaxToni kann bleiben. Aber er schläft bei euch im Bett!!!“, stammelt Papa lachend. „Jaaaaaaaaaaaaa!“ 

Vor lauter Freude tanzen die beiden Kinder um MaxToni herum. Dem kleinen TreeRex wird ganz warm ums Herz. Er ergreift fröhlich die Kinderhände und lässt sich von der Vorfreude anstecken.

Zusammen räumen sie den kaputten Schmuck weg, reiten auf MaxTonis Rücken durch den Garten, bauen einen Schneedino und schmücken den echten Tannenbaum erneut. Er ist jetzt noch viel schöner als vorher.  

Zum Schlafen sind die drei natürlich zu aufgeregt. 

Am nächsten Morgen steht noch Backen auf der Tagesordnung. Für MaxToni ist alles neu. Deshalb findet er es auch völlig normal, dass die Kinder mit einer Mehlschlacht beginnen und jede Menge Mini Marshmallows durch die Küche fliegen. Jessie zieht sich eine Schokolinse aus der Nase und gluckst vergnügt. Erst als Mama und Papa die Küche betreten, lernt MaxToni, wie man Kekse bäckt. Und Zimtsterne. Und Vanillekipferl. Kurze Zeit später duftet es im Haus auch schon herrlich nach Weihnachten. 

Schließlich ist es so weit: Ein Glöckchen ertönt. Die Kinder nehmen MaxToni bei den Krallen und flitzen gemeinsam mit ihm ins Wohnzimmer. 

Der kleine TreeRex traut seinen Augen nicht: Der Tannenbaum erstrahlt auf einmal in vollem Lichterglanz. Darunter liegen zahlreiche Päckchen. Kleine und große. Mit Glitzerpapier und Schleifen, bunten Anhängern und kleinen Zettelchen. Jetzt gibt es kein Halten mehr. Die beiden Kinder stürzen zu den bunten Paketen und greifen sich eines. „Mama, das ist für dich!“ ruft Lina begeistert. „Und das ist für dich,….“ Schnell überreicht Jessie seiner Schwester das Päckchen. MaxToni begreift nicht recht, bis die beiden Paketaufreißer mit einem dunkelgrünen Päckchen vor ihm stehen und ihn anstrahlen. „Das ist für dich, MaxToni. Da steht dein Name drauf.“ 

Gespannt warten alle darauf, dass MaxToni sein Geschenk auspackt. 

Alle sitzen noch sehr lange und quietschvergnügt zusammen. Sie beschließen, ab jetzt jedes Jahr zusammen Weihnachten zu feiern. 

– Ende –